Weltumseglung Teil 2

 

 

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FÜNF JAHREN AUF DEN WELT MEEREN

 

Teil 2 

Der Weg zum Galapagos-Archipel führt über den Humboldt-Strom, den Äquator und leider an den Roßbreiten vorbei. In der Zeit der Segelschiffahrt während längerer Flauten haben die Matrosen dort oft die Pferde über Bord geworfen, oder sie sind eingegangen wegen Futter- und Wassermangels, deshalb heißen sie heute noch Roßbreiten. Ich musste auch mit leichtem Wind kämpfen, und es dauerte deshalb 16 Tage, bis ich ankam.

3. Mai 1999

Position: 00.08S 82.03W

Wind: Südwest Stärke 1-2

1355Uhr. Endlich den Äquator überquert.

1617Uhr. Mühsam, den Kurs zu halten bei so leichtem Wind. Unzählige Delphine schwimmen am Horizont vorbei; viele hüpfen aus dem Wasser. Klasse!

Die Galapagos waren ein wunderbares Erlebnis, und ich kann verstehen, warum Darwin seine Thesen hier entwickelte. Es wimmelt von Leben. Robben, Haie, Wale, Delphine, Tölpel und Vögel aller Art, Riesen-Schildkröten und natürlich die berühmten Leguane. Einmalig! Ich muß aber weiter, und jetzt kommt die größte Strecke überhaupt, 3000 Seemeilen, bevor ich wieder Land  sehen werde. Es wird jetzt eine Super-Segeltour. Nach den ersten paar Tagen habe ich einen ständigen Südost-Passatwind.

28. Mai 1999

Position: 3.42S 102.38W

Wind: Südost Stärke 3-4

1756Uhr. Ein großer Wal taucht 20 Meter neben mir an Steuerbord auf! Er taucht 3-mal und schwimmt für 20 Minuten neben dem Boot! Er hat einen fürchterlichen Geruch!!

Nach 21 Tagen komme ich in Fatu Hiva an, eine der Inseln in der Marquesas-Gruppe in Französisch-Polynesien. Die Franzosen verlangen eine Kaution von Seglern, falls sie ihr Boot auf einem Riff verlieren. Man muß die Kosten für ein Flugticket nach Hause in einer Bank deponieren! Hier erlebe ich die Gastfreundlichkeit der Insulaner und auch die berühmten Hula-Tänze. In den Marquesas gibt es viele Dorf- und Insel-Feste, bei denen ich eingeladen bin mitzumachen. So erlebe ich Vatertag auf Fatu Hiva und den Besuch des Präsidenten von Französisch-Polynesien auf der Insel Ua Po. Sie feiern den französischen National-Tag, Bastille Tag,  den 14. Juli. Ich muß aber auch Wartungsarbeiten ausfuhren und pumpe 28 Liter Wasser aus meinem Dieseltank. Ich entdecke ein Loch am Warmwasseraustauscher am Motor. Mein Autopilot-Computer tut’s nicht mehr, aber hier gibt es auch keine Reparatur, und der Agent in Tahiti ist nicht mal interessiert, mir einen neuen zu verkaufen! Ich gehe vor Anker in wunderbaren Buchten, die ich öfters nur für mich allein habe, so wie in der Opunohu Bucht auf Moorea, wo der Film „Die Meuterei auf der Bounty“ gedreht wurde.

13. August 1999

Position: 16.42S 151.02W

Wind: Ost Stärke 5.

0730Uhr. Geankert in Port de Fare auf der Insel Huahine. Beim Einlaufen habe ich einen Buckelwal aus dem Wasser springen sehen!

Auf Bora Bora gehe ich tauchen und schwimme mit zwei großen Manta-Rochen. Auf Aitutaki in den Cook Inseln feiere ich meinen Geburtstag und werde von einer Tanzgruppe mit Frangipane-Blumen bekränzt! Beim Raussegeln bin ich mit KARMA in der Riff-Passage hart auf Grund gelaufen und mußte warten, bis ein Tauchboot mich herunterzog. Auf dem Palmerston-Atoll wurde ich von einer der 10 Familien, die da wohnen, adoptiert mit dem Gruß von der Matriachin der Familie: “Welcome Home!“  Diese Siedlung wurde von einem Mann namens William Masters aus Gloucestershire in England im 19 Jahrhundert, mit drei Frauen aus Penryn, Cook-Inseln, gegründet, und die Nachkommen sprechen heute noch Englisch mit einem Gloucestershire-Akzent. Ich teile meinen Proviant mit der Familie und gebe ihnen unter anderem, 10 Kilo Reis, 10 Kilo Nudeln, 5 Kilo Mehl, Salz, Trockenhefe, Honig und T-Shirts.

Über Niue und die Tonga-Inseln geht es weiter nach Neuseeland.

 

12. November 1999

Position: 27.52S 179.57E

Wind: Nordwest Stärke 4-5.

1103Uhr. Ich habe die internationale Datumsgrenze überquert. Jetzt habe ich die halbe Erde umrundet und bin auf dem Weg zurück!

In Neuseeland nutze ich die Zeit dort, um vieles auf dem Deck zu erneuern. Fenster werden wieder dicht gemacht, KARMA bekommt eine neue Luke, neue Festmacher und einen neuen Anstrich an Deck. Hanna, meine Lebensgefährten, kommt zu Besuch und nach 11 Monaten sehen wir uns wieder. Die Freude ist groß. Im Mai 2000 mache ich einen Versuch, nach Fiji zu kommen, muß aber wegen sehr schlechtem Wetter nach 24 Stunden zurück nach Neuseeland. Mein Autopilotsystem war repariert worden, bricht aber wieder zusammen. Nach der zweiten Reparatur starte ich noch mal.

24. Mai 2000

Position: 21.12S 178.36E

Wind: Südost Stärke 7-8 Starker Regen

0911Uhr. Ein schrecklicher Tag! An Deck ist es fast wie in einer Waschmaschine, man wird naß und geschleudert! Ich kann den Kurs nicht halten. Das Autopilotsystem ist durch Wasser geschädigt und funktioniert nicht mehr! Über Funk habe ich gehört, daß in Fiji ein Putsch stattgefunden hat.

Trotz des Putsches war Fiji die Reise wert. In Suva, der Hauptstadt, kann man das Ausmaß des Putsches deutlich erkennen. Geschäfte sind in Brand gesteckt worden. Die vielen indischen Einwohner gehen vorsichtig umher, und keiner geht abends in der Dunkelheit aus. Ich auch nicht. Aber es gibt wieder traumhafte Buchten und glasklares Wasser, in dem ich vor Anker gehe und öfters schnorchele.Über Vanuatu geht es für mich zügig weiter bis Cairns in Australien, wo ich wieder Hanna treffe für 4 Wochen Landurlaub, diesmal nach nur 5 Monaten Trennung. Nachdem sie nach Deutschland zurückgekehrt ist, tauche ich für einige Tage am Großen Barriereriff. Ich schwimme mit Haien und Riesenschildkröten. Mein Autopilot wird hier zum dritten Mal repariert. Zusammen mit zwei anderen Yachten segele ich in Tages-Etappen die australische Küste hoch bis Kap York der nördlichen Spitze des Kontinents.

5. September 2000

Position: 13.10S 143.36E

Wind: Südost Stärke 3

1620Uhr. Geankert in 8 Meter Wasser vor Night Island. Ein Krokodil lauert auf dem Strand. Also nicht baden gehen, heißt das!

Über den ganzen Pazifik bin ich im Kielwasser von Kapitän Cook und Kapitän Bligh gesegelt, und nirgends spürt man das mehr als hier. Cook lief mit der ENDEAVOUR auf ein Riff, und fast alle Inseln und Kaps sind von ihm benannt worden. Nach der Meuterei bei Tonga auf dem 3600 Seemeilen-Weg nach Kupang in Timor landete Bligh auf Sunday Island. In der Nähe dieser Insel in der Margret Bucht finde ich einige Bärenkrebs-Fischerboote vor Anker. Die nächste Stadt ist Hunderte von Kilometern entfernt. Die Fischer haben kein Bier mehr und für zwei Dosen bekomme ich zwei riesige Krebsschwänze! Das Wetter ist herrlich, die Sonne scheint, und der Wind weht warm und mäßig aus Südost. Leider kann man auf dieser Route aus lauter Angst vor Krokodilen niemals schwimmen gehen. An vielen Stränden, vor denen ich ankere, kann man sie sehen. Je nördlicher ich segele, je wärmer wird es jetzt.

8. September 2000

Position: 10.41S 142.31E

Wind: Südost Stärke 5

1411Uhr. Geankert nach dem zweiten Versuch in 7 Meter im Schatten von Kap York. Ich  habe den Pazifik verlassen und bin jetzt im Indischen Ozean. Dieses Ereignis wird auf KARMA mit meinen Freunden gefeiert.

Ich habe gemischte Gefühle. Ich habe den Pazifik verlassen, was eigentlich traurig ist, denn da war ich glücklich, und ich hatte viele wunderbare Erlebnisse. Am liebsten wäre ich da geblieben. Aber Hanna wartet zu Hause in Deutschland auf mich, und jetzt bin ich wirklich auf dem Heimweg, und das spüre  ich.

 


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